Rund 4.000 Menschen gingen am Montagabend, den 26.10.2026, in Siegen-Geisweid für den Erhalt ihres/unsees DEW-Stahlwerks auf die Straße. Bis zu 400 Arbeitsplätze stehen unmittelbar und viele weitere mittelbar auf dem Spiel. Wir stehen an der Seite der Beschäftigten und ihrer Familien. Doch das Kernproblem ist seit Jahren bekannt: zu hohe Energiekosten. Ehrlich gesagt haben auch politische Entscheidungen der vergangenen Jahre die Lage verschärft. Das gilt für alle Parteien, die in Berlin regiert haben, auch für uns.
Es braucht weniger markige Sonntagsreden und endlich mehr Entscheidungen, bspw:
1. weniger Stromsteuer (für alle auf das EU-Minimum senken)
2. weniger Netzentgelte und Abgaben
3. weniger Subventionen und mehr Energieangebot
4. weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit
„In Geisweid wird aus Schrott und Strom „Green Steel“ gemacht. Wer Klimaschutz ernst meint, muss solche Standorte stärken und darf sie nicht verlieren – es muss jetzt gehandelt werden, nicht irgendwann…“, so der Kreisvorsitzende Dr. Andreas Weigel:
Ein schwarzer Tag für den Industriestandort Siegen
Die angekündigte Produktionspause der bei den Deutschen Edelstahlwerken in Geisweid sind ein schwerer Schlag für unsere Region. Vor allem aber ist die Entscheidung der der Konzernmutter Swiss Steel Group eine bittere Nachricht für die Beschäftigten und ihre Familien, die jetzt um ihre berufliche Zukunft bangen müssen. Aber alles ist immer eine Folge von etwas. Unsere Region lebt von ihrer industriellen Kompetenz, von gut ausgebildeten Fachkräften und von Unternehmen, die seit Generationen hier produzieren. Doch hohe Energiepreise, internationale Wettbewerbsnachteile und immer mehr Bürokratie setzen unseren Industriestandort zunehmend unter Druck. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie industrielle Wertschöpfung und gut bezahlte Arbeitsplätze verloren gehen. Wir brauchen endlich eine Wirtschaftspolitik, die industrielle Produktion in Deutschland wieder attraktiv macht. Mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen, weniger Bürokratie, schnelleren Genehmigungen und verlässlichen Rahmenbedingungen für Investitionen. Dabei dürfen wir uns nichts vormachen: Unsere Wirtschaft ist Teil eines globalen Wettbewerbs. Wer glaubt, Deutschland könne sich von den internationalen Märkten abkoppeln, verkennt die wirtschaftliche Realität. Unsere Unternehmen stehen im Wettbewerb mit Standorten, die vielfach deutlich günstigere Produktionsbedingungen bieten. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Wenn die Industrie geht, verlieren wir weit mehr als Arbeitsplätze. Wir verlieren ein Stück Zukunft unserer Region.

Siegerland blickt auf mehr als 2.000 Jahre alte Tradition der Eisenerzgewinnung und -verarbeitung zurück
Und nur weil das, zu unserem Bedauern, ganz offensichtlich nicht jedem der kürzlich demonstrierte bekannt war: Das Siegerland blickt auf eine Tradition der Eisenerzgewinnung und -verarbeitung zurück, die bis in die keltische Zeit (La-Tène-Zeit) um 500 v. Chr. reicht! Das Siegerland wird aufgrund seiner rund 2.500-jährigen dahingehenden Geschichte immerhin als eine der ältesten und bedeutendsten Montanregionen Europas bezeichnet…