FDP Siegen-Wittgenstein blickt stolz und selbstbewusst in die Zukunft

Der 8. Januar war eigentlich wettertechnisch ein ungünstiger Tag. Schneetreiben draußen und Glatteiswarnung. Dennoch war die FDP-Geschäftsstelle am Marburger Tor in Siegen zum Neujahrsempfang der Liberalen proppe voll. Und das hat einen besonderen Grund. Mit einem feierlichen Jubiläum hat die FDP Siegen-Wittgenstein nämlich ihr 80-jähriges Bestehen gewürdigt. Der Kreisverband blickt damit auf eine außergewöhnlich lange liberale Tradition zurück, die bereits kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann – und zeigt zugleich, dass die Freien Demokraten in der Region für die kommenden Jahre gut aufgestellt sind.

Einer der ersten FDP-Kreisverbände in NRW

Bereits am 8. Januar 1946, nur wenige Monate nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur, schlossen sich Liberale aus dem Siegerland zusammen, um der Freiheit und der Demokratie wieder eine politische Stimme zu geben. Es war einer der ersten liberalen Verbände in NRW. Politische Parteien waren zunächst nicht zugelassen, demokratische Strukturen erst im Entstehen. Und doch trafen sich Menschen wie Oskar Fuchs aus Eiserfeld, Albert Schmidt aus Ferndorf, Hans Günther Erdmann aus Hilchenbach, August Schubert aus Netphen und Karl Stähler aus Weidenau, um der Freiheit wieder eine politische Stimme zu geben. In einer Zeit von Zerstörung, Unsicherheit und politischer Orientierungslosigkeit war dieser Schritt mutig und richtungsweisend. Josef Balogh übernahm als erster Kreisvorsitzender der FDP im Kreis Siegen das Amt. Ihm und allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern dieser frühen Jahre gilt unser ausdrücklicher Dank und unsere Anerkennung. Aus der zunächst gegründeten Demokratischen Partei Deutschlands entwickelte sich wenig später die FDP, die sich im Siegerland früh und dauerhaft verankerte.

Motto der FDP: „Freiheit in Verantwortung!“

„Unsere Geschichte zeigt: Liberale Politik im Siegerland war von Anfang an verantwortungsbewusst, konstruktiv und dem selbstbestimmten Bürger verpflichtet. Darauf bauen wir bis heute auf“, betonte der Kreisvorsitzende Dr. Andreas Weigel in seiner Begrüßungsrede. „80 Jahre Geschichte sind für uns kein Anlass zur Selbstzufriedenheit, sondern ein Auftrag. Wir sind stolz auf unsere Wurzeln und zugleich überzeugt, dass die besten Kapitel noch vor uns liegen.“ Über Jahrzehnte hinweg hat der Kreisverband zahlreiche Persönlichkeiten hervorgebracht, die Verantwortung in Partei und Kommunalpolitik übernommen haben. Trotz gesellschaftlicher Umbrüche, wirtschaftlicher Krisen und politischer Veränderungen blieb die FDP Siegen-Wittgenstein stets eine verlässliche Stimme für Freiheit in Verantwortung, für Rechtsstaatlichkeit, soziale Marktwirtschaft, solide Finanzen und Bildung als Schlüssel zu Aufstieg und Teilhabe. Stabile Mitgliederzahlen unterstreichen dabei die tiefe Verwurzelung liberaler Politik in der Region.

„Anwalt des Mittelstands, Stimme der Leistungsträger“

Der Abend war der Auftakt eines spannenden Jahres, wo vor allem der Wiedereinzug der FDP in den Deutschen Bundestag diskutiert wurde. Der Weg dorthin ist noch lang, aber man ist zuversichtlich,  dass mit Erfolgen bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg dafür in den kommenden Wochen der Grundstein gelegt wird. Fraktionsvorsitzende Guido Müller hob den Zukunftsanspruch der Liberalen hervor: „Gerade in Zeiten großer Verunsicherung braucht es eine klare liberale Handschrift. Wir werden Anwalt des Mittelstands, Stimme der Leistungsträger und Motor für Innovation und Fortschritt in Siegen-Wittgenstein bleiben, linke Parteien gibt es doch genug“. Mit einem klaren Wertekompass, engagierten Mitgliedern und dem Blick nach vorn sieht sich der Kreisverband gut gerüstet, auch in Zukunft Verantwortung für die Region zu übernehmen – ganz im Sinne einer liberalen Politik, die erklärt, gestaltet und Freiheit verteidigt.

HISTORIE

Die Freien Demokraten feierten als Bundespartei vor circa zwei Jahren, am 12. Dezember 2023, ihr 75-jähriges Bestehen! Am 12. Dezember 1948 fand der Gründungsparteitag der Freien Demokratischen Partei in Heppenheim statt. Seither wirkten die Liberalen maßgeblich an der Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit, beteiligten sich aktiv an der Ausarbeitung des Grundgesetzes, stellten mit Theodor Heuss den ersten Bundespräsidenten und waren an zahlreichen Bundes- und Landesregierungen beteiligt. Gemeinsam mit der Bundesrepublik wandelte sich auch die FDP in den kommenden Jahrzehnten und verabschiedete mehrfach neue Grundsatzprogramme, die den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung trugen. Die große Idee der Freiheit und der Verantwortung des Einzelnen blieb dabei stets leitend.

FDP im Siegerland fast drei Jahre älter als die Bundespartei

Die Freien Demokraten im Siegerland wurden jedoch am 8. Januar 2026 bereits stolze 80 Jahre alt. Dies geht zumindest aus einem Schreiben des FDP Kreisverbandes vom 10. Januar 1946 an den Landrat in Siegen hervor. Dort heißt es, dass dem Landrat davon Kenntnis gegeben wird, dass durch Zusammenschluss weiterer Gruppen am 8. Januar 1946 durch Beschluss der Name unserer Partei – vorher: Demokratische Partei Deutschlands (DPD) – wie folgt abgeändert wurde:

Freie Demokratische Partei“.

Dies heißt, dass sich schon kurz nach Kriegsende, auch hier bei uns im Siegerland, politische Parteien gründeten, die zunächst aber nicht offiziell von der britischen Militärregierung zugelassen wurden. Um sich eine einheitliche Parteienstruktur zu geben, fand für die Provinz Westfalen am 7. und 8. Januar 1946 ein Kongress in Opladen statt. An der Gründung der „Freien Demokratischen Partei“ für die britische Zone, nahmen auch heimische Vertreter der Liberalen teil, sogenannte Vertrauensleute des Altkreises Siegen: Oskar Fuchs aus Eiserfeld, Albert Schmidt aus Ferndorf, Hans Günther Erdmann aus Hilchenbach, August Schubert aus Netphen und Karl Stähler aus Weidenau. Circa 10 Tage später wurde der Regierungspräsident in Arnsberg vom NRW Oberpräsidenten (heute Ministerpräsident), Dr. Rudolf Amelunxen, formal darüber in Kenntnis gesetzt. In der Folge übernimmt Josef Balogh die Parteiführung im Kreis Siegen und ist somit als erster Kreisvorsitzender der FDP anzusehen.

Ehrenvorsitzende des FDP-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein

1) Josef Balogh               1951-1964        FDP-Kreisverband Siegen

2) Hermann Klingspor    1966-1969        FDP-Kreisverband Siegen

3) Alexander Hirschfeld 1966-1974        FDP-Kreisverband Siegen

4) Hagen Tschoeltsch     seit 2019           FDP-Kreisverband Siegen-Wittgenstein

5) Helga Daub                 seit 2021           FDP-Kreisverband Siegen-Wittgenstein

Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein

Kreisverband Kreis Siegen-Wittgenstein:

2024- Dr. Andreas Weigel

2018-2024         Peter Hanke

2008-2018         Hans Peter Kunz

2006-2008         Wolf Braun

2004-2006         Hagen Tschoeltsch

1996-2004         Helga Daub

1984-1996         Gerd Giebeler

1980-1984         Winfried Schwarz

1974-1980         Eckehard Schleifenbaum

Kreisverband Altkreis Siegen:

1970-1974         Douglas Graf von Bernstorff

1968-1970         Horst Bertram

1966-1968         Kurt Ising

1964-1966         Hans Slawinski

1954-1964         Alexander Hirschfeld

1953-1954         Josef Balogh

1951-1952         Hans Anthes

(1946)-1951      Josef Balogh

Kreisverband Altkreis Wittgenstein

1960-1969         Heinz Müller

1952-1960         Hans-Joachim Osterrath

1950-1952         Walter Müller

Zur Geschichte des FDP-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein

Über eine formale Gründungszeremonie des Kreisverbandes liegen sonst keine weiteren Nachrichten vor, doch dürfte sie nicht allzu lange vor dem 29. Oktober 1946 erfolgt sein, da an diesem Tage über die Wahl des endgültigen Kreisvorstandes beraten wurde, dem der bisherige und dann erste formale Kreisvorsitzende, Josef Balogh, ferner Hans Anthes sen., Karl-Helmut Schneider, Lotte Friese-Korn und Hedwig Heinzerling angehören sollten. Zu den Persönlichkeiten der ersten Jahre des Kreisverbandes zählten auch Willy Schommer und Herbert Balogh. Der erste Kreisparteitag wurde auf dem 30. November 1946 festgesetzt. Nach der Satzung des FDP-Kreisverbandes obliegt ihm damals als wichtigste Aufgabe die Wahl des Kreisverbandsvorstandes, der für jeweils zwei Jahre amtiert, des Kreisehrenrates, der Kreisehrenvorsitzenden sowie die Wahl der Landtags- und Bundestagskandidaten der zuständigen Wahlkreise. Die Mitgliederzahlen des Kreisverbandes betrugen 1949 175, 1960 254 und 1970 320. Am 16. Februar 1974 wurden die FDP-Kreisverbände Siegen und Wittgenstein zu einem neuen Kreisverband zusammengelegt. In den letzten 50 Jahren liegt die Mitgliederzahlen stets um 300.

Mit Parteigründung im Jahr 1948 entstand das erste Logo der FDP, mit roten Buchstaben innerhalb einer roten Raute, das “D” wurde besonders hervorgehoben. 1952 bis 1965 wurde der „stilisierte Reichsadler“, schwarz mit heller Schrift, zum Logo der liberalen Partei. Die charakteristische Farbgebung Blau-Gelb führte die FDP, zunächst in Verbindung mit dem Adler, jedoch erst im Jahr 1965 ein. 1969 wurde der Beiname „Die Liberalen“ ergänzt. Ebenfalls neu, die legendären „Pünktchen“ zwischen den Buchstaben. Im Internetzeitalter waren diese jedoch „äußerst unpraktisch“ und folglich mit dem neuen Logo ab 2001 abgeschafft. Die „antiquierten“ Serifen fielen weg und die Farben wurden kräftiger. Seit 2015 schmückt sich die FDP mit dem Beinamen „Freie Demokraten“ und der zusätzlichen Farbe Magenta – eine laut Experten aggressive und kampfbetonte Farbe…